Felix Graf Adelmann

DBdR_graf_bike_preview

Wein, Vibe und Gesang

Ein Graf wie jeder andere ist er nicht. Der typische Inhaber eines Weinguts auch nicht. Den Adelstitel trägt er dennoch, hervorragende Weine macht er außerdem. Komisch? Von wegen! Ein Hausbesuch samt Spurensuche auf Felix Graf Adelmanns Wohnsitz Burg Schaubeck zeigt: Dem Weingut hätte nichts Besseres passieren können!

Der Motor röhrt. Links und rechts fliegen die Weinberge vorbei, unter uns liegt das beschauliche Dörfchen Steinheim an der Murr im hellen Sonnenschein. Der Tacho zeigt 60, hier oben auf den Schotterpisten im Weinberg wirkt das irgendwie halsbrecherisch schnell. Den Typen am Steuer scheint das nicht zu stören. Im Gegenteil: Die Sonnenbrille locker auf der Nase, ein breites Grinsen auf dem Gesicht, ruft er den Arbeitern zwischen den Reben flapsige Kommentare zu. Er fühlt sich wohl hier oben, hat zu jeder Windung in der Straße, zu jeder Parzelle eine Anekdote bereit. Sollte er auch, immerhin ist dieser Autonarr am Steuer seines in die Jahre gekommenen und dennoch glühend verehrten Jeeps Felix Graf Adelmann, seit einer Handvoll Jahre Leiter des gleichnamigen Edelweinguts.

Schon komisch. Dieser Kerl, ein Graf? Ein Adliger? Sollten sie nicht Limousinen mit Chauffeur statt einen alten Jeep ohne Verdeck fahren? Sollten die nicht mit Gehrock, Pfeife und Monokel durch zugige Flure schreiten, anstatt in einem eigenen Aufnahmestudio Indie-Rock-Bands zu produzieren oder gleich selbst zur Gitarre zu greifen? Nicht so dieser junge Mann. Gut, wenigstens in einem Punkt bestätigt er das Bild blaublütiger Noblesse: Auch Felix Adelmann wohnt in einer Burg. Burg Schaubeck heißt die, ein prächtiges Anwesen samt wunderschönem Park. Hier wird auch mal derb gefeiert, wenn wir mal ehrlich sein dürfen.

Aber… darf der das überhaupt? Oder sollte er nicht lieber darauf achten, das elterliche Weingut mit einem Sinn für Tradition weiterzuführen? Immerhin zählt es zu den besten des Landes, VDP-Mitglied ist man sowieso, noch dazu hat so eine Grafenfamilie ja einen Ruf zu verlieren. „Meine Familie steht voll hinter mir“, zerstreut der Dandy unter den deutschen Winzern jedwede Befürchtungen. Tradition, die sei für ihn natürlich dennoch wichtig. Man dürfte sich allerdings nicht von ihr ausbremsen lassen. Wie er in der Garage an seinem alten Motorrad herumschraubt, so zieht er auch im Betrieb diese und jene Schraube fester an, poliert hier ein wenig und tauscht da ein paar Teile aus. Ganz klar: Einer wie er ist ein echter Glücksfall. Für die Welt der Blaublütigen ebenso wie für die Welt des Weines.


www.graf-adelmann.com