Weingut Knipser

Machen statt reden

„Über Wein redet man nicht, Wein trinkt man.“

So unvergleichlich äußerste sich unlängst Winzer Werner Knipser bei der Entgegennahme des Preises als Winzer des Jahres bei den Die Besten der Pfalz Awards im Deidesheimer Hof. Je trockener der Humor, desto trockener auch die Weine, könnte man also mutmaßen – und trifft bei den Knipser-Brüdern Werner und Volker den Nagel direkt auf den Kopf. Kein Superlativ, das in den letzten Jahren nicht auf die Winzer-Größen aus Laumersheim angewandt wurde, kein Weinkritiker, der nicht von der sensationellen Arbeit geschwärmt und ehrfürchtig von der Rufrettung des deutschen Rotweins geschrieben hatte, die oft und berechtigt allein der Knipser’schen Arbeit zugeschrieben wird. All das, so muss man klipp und klar sagen, ist durch und durch gerechtfertigt. Allein das gesellige Geschwisterpaar möchte davon am liebsten gar nichts wissen.

Ja, sie produzieren Spitzenweine, ja, einen besseren Spätburgunder muss man in Deutschland lange suchen. Nur weil man seit 1993 Mitglied beim VDP ist, das Deutsche Barriqueforum mitbegründet hat und in regelmäßigen Abständen zum Winzer des Jahres auserkoren wird, ist das für Knipsers aber noch lange kein Grund, abzuheben oder das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Sie, die erheblich mitverantwortlich sind für das Pfälzer Weinwunder, wollen eben einfach den bestmöglichen Wein keltern. Dafür setzte man schon früh auf Reifung im Barrique, besorgte sich Pflanzmaterial im nahen Frankreich, setzte zu einer Zeit auf Ertragsreduzierung, als man das vielerorts noch als unsinnigen Quatsch abtat. Dafür waren sich Knipsers aber nie zu schade. Sollten die anderen doch sagen, was sie wollten. In Laumersheim ging man konsequent seinen Weg und leistete ganz nebenbei eine enorme Aufbauarbeit für die nächste Generation und für die Pfälzer Weinwelt im Allgemeinen.

Längst ist mit Werner Knipsers Sohn Stephan die nächste Generation fest in das Weingut integriert. Seit 2005 setzt er insbesondere im Keller die Akzente, die es braucht, um die hauseigenen Weine auch weiterhin zu Volltreffern heranreifen zu lassen. Ob das in den nächsten Jahren nach wie vor Spätburgunder und Riesling oder aufgrund des Temperaturanstiegs zunehmend südländische Rebsorten werden, ist Zukunftsmusik. Sicher ist nur, dass Knipsers weiterhin alles im Namen der Trauben tun werden. Und wer tatsächlich bis heute keinen ihrer Tropfen im Glas hatte, dem sei dringend ein Besuch in ihrem urigen Gutsausschank Halbstück ans Herz gelegt. Benannt nach der traditionellen Pfälzer Fassgröße, gibt es hier rustikale Speisen und das Knipser-Sortiment in weinseliger Atmosphäre. Hier wird dann natürlich getrunken und geredet. Aber manchmal darf das ja durchaus sein.


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