Weingut Metzger

Filetstück aus der Traube

Dass die Pfälzer ein eigensinniges Völkchen sind, muss man ja zum Glück nicht mehr betonen. Und dass es unter den regionalen Winzern viele junge Wilde beziehungsweise kreative Urviecher gibt, ist ebenfalls keine Schlagzeile wert. Mit Uli Metzger schaut das anders aus: Rechtzeitig zum Jahrgang 2011 hat er den Stier bei den Hörnern gepackt – und aus einem bis dahin eher unbekannten Weingut aus dem noch weniger bekannten Grünstadter Ortsteil Asselheim einen erfolgreichen Betrieb gemacht. Mit einer tierischen Idee.

Der Winzer hat die Messer gewetzt und einen radikalen Schnitt gewagt. Allerdings nicht an den Rebstöcken, sondern beim Marketing-Konzept des Weinguts. Metzger, der den Betrieb von seinem Vater übernommen hatte, setzt seither auf das kreative Spiel mit seinem Namen. Quasi über Nacht hat er eine einmalige, dreistufige Klassifikation eingeführt, die in der Szene für mächtig Wirbel sorgte: die Flanke steht für die hauseigenen Gutsweine, das Pastorenstück für das Mittelsegment und das Filet für die Topweine aus allerbesten Lagen.

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Eine smarte Idee, die der Nordpfälzer gemeinsam mit den Bad Dürkheimer Weinmarketingexperten »Medienagenten« konsequent umgesetzt hat. Auf den Etiketten wimmelt es von fliegenden Schweinen, mächtigen Bullen und unschuldigen Rindern, auf denen durch gestrichelte Linien fachgerechte Qualitätszonen eintätowiert sind. Die Tiere spiegeln teilweise auch den Charakter des Weins: bullige Cuvées aus roten Klassikern und weißen Burgundersorten sowie süffige Rosé-Ferkelchen kündigen an, wohin die Reise geht. Im Falle des Weinguts auf jeden Fall nach oben. Metzgers Kollektionen wurden in den vergangenen Jahren immer wieder hoch gelobt. Und er Chef weiß, dass eine originelle Fassade nicht alles ist. Uli Metzger setzt auf Qualität und nochmals Qualität. Von Blendern, die hinter einer ansprechenden Optik müde schwächeln, hält er überhaupt nichts.

Seine Top-Lagen Sonnenberg, Vogelsang und St. Stephan liegen rund um Asselheim, wo die Familie auch Gästezimmer anbietet. Auf den Kalkmergelböden stehen neben traditionellen heimischen Rebsorten wie Riesling, Spätburgunder und Silvaner auch internationale Klassiker wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Tempranillo. Die Spitzengewächse stammen aus den besten Lagen mit den ältesten Reben. Und die Viecher kommen an. Auch Tim Mälzer serviert einige der tierischen Pfälzer in seinem Hamburger Restaurant. Und das hört nun mal – semantischer Szenenapplaus bitte – auf den schönen Namen »Bullerei«.


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