Weingut Peter Stolleis

Ein Wein geht um die Welt

Eines muss man gleich zu Beginn mal loswerden: Wenige Winzerdynastien geben sich so viel Mühe, ihre erlesenen Weine bis in den entlegensten Winkel der Welt zu tragen und dort ein Stück echte Pfälzer Kultur vorzustellen. Zuhause in Mußbach am Fuße des Pfälzer Waldes und mit Leib und Seele ein Teil der Pfälzer Lebensart, war es der Familie Stolleis schon immer entschieden zu wenig, stets nur im eigenen Saft zu schmoren. Seit 1668 widmet sich der Pfälzer Clan dem Weinbau, längst haben ihre Tropfen Gebiete erobert, die man nicht gerade auf der Weinweltkarte verankern würde. Auf der Georg-von-Neumaier-Forschungsstation in der Antarktis wurden Stolleis-Weine beispielsweise getrunken, zudem führte man 2012 eine Weinprobe für deutsche und internationale Soldaten durch. In Afghanistan!

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Sie sind eben noch echte Pioniere, unterwegs im Auftrag des Weines und stets bemüht, das Gute noch besser und das Sehr Gute perfekt zu machen. Bei dreieinhalb Jahrhunderten Erfahrung kann man aber natürlich auch auf eine ganze Menge Erfahrung zurückblicken. Nachdem 1668 der erste Weinberg bepflanzt wurde, wurde das Stolleis’sche Weingut 1863 gegründet, heute geführt in vierter Generation von Peter und Claudia Stolleis. Filius Hans-Christoph macht sich derzeit bereit für seinen Einstieg, wie seine Eltern und die vielen Generationen vor ihm, sieht auch er im Wein ein Kulturgut, das gehegt und gepflegt werden will, aber eben auch regelmäßig einen neuen Kick benötigt um nicht einzustauben wie ein altes Familienerbstück.

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Das wird auf dem Weingut Stolleis aber eh nie passieren. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass die gutseigenen Weine zum wiederholten Mal beim Bürgerfest des Bundespräsidenten in Schloss Bellevue ausgeschenkt werden – und zwar gleich mal 6.500 geladenen Ehrengästen. Qualität, Können und Geschmack setzen sich eben durch. Gimmeldinger Ausnahmelagen wie  Mandelgarten und Biengarten, Königsbacher Ölberg, Mußbacher Eselshaut sowie Gimmeldinger Meerspinne, Haardter Herzog oder Ruppertsberger Nußbien bringen auf 20 Hektar Weine hervor, die einerseits typisch mineralische Charakterköpfe sind (dieser Riesling!), andererseits immer wieder mit unerwarteten Nuancen und Akzenten überraschen, die man nicht unbedingt mit der Pfalz assoziiert. Ob der Bundespräsident  jetzt aber den Riesling oder doch eher Weißburgunder, Auxerrois oder St. Laurent bevorzugt, wissen wir auch nicht. Er wird wohl mit allen zufrieden sein.


weingut.p.stolleis@t-online.de
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