Weingut Wegner

Pfalz ohne Klischee


Ach ja, Bad Dürkheim. Hier lebt sie noch, die echte Pfalz-Folklore. Zwischen dem größten Weinfass der Welt und dem jährlichen Spektakel namens Wurstmarkt gibt es aber eben auch eine ganze Reihe herausragender Winzer, die sich nicht auf dem charmanten Klischee von Riesling-Schorle und Saumagen ausruhen wollen. Und stattdessen lieber dafür sorgen, dass das Pfälzer Weinwunder so schnell nicht abflaut. Ganz vor dabei in dieser Riege: Das Weingut Wegner. Gelegen etwas außerhalb der reizenden Kurstadt, hat sich Joachim Wegner nach der Übernahme des Guts von seinem Vater Karl ganz auf die Erzeugung charakterstarker Spitzenweine konzentriert, die die Besonderheit, die Schönheit und die Ursprünglichkeit dieser Landschaft in sich tragen. Und bei jedem Glas erschmeckbar machen.

DCF 1.0

Auf zwölf Hektar Rebfläche (ausschließlich in Dürkheimer Lagen) kultiviert Joachim Wegner einen bewundernswert aussagekräftigen Stil, überrascht beim Riesling mit einem wunderbarem Säurespiel, mehr aber noch mit einem eleganten Stil, der nicht so knochentrocken daherkommt wie der Riesling vieler Kollegen. Eleganz, das ist eh ein gutes Stichwort für Wegners Weine. Als engagiertes Mitglied im Pfälzer Barrique-Forum liegt ihm besonders viel am Ausbau im Holz – und das nicht nur bei seinen roten Spitzenweinen Pinot Noir, Syrah oder Merlot: Auch sein „Lunatic Riesling“ lag auf dem Holz, wo er zur typischen Säure noch eine wohlige, warme Tiefe entwickelte. Wir sagen es ja: Überaus elegant.

Wegner ist eben keiner, der sich gern auf etwas ausruht. Seine Weine hingegen, die bekommen gern mal eine Extraportion Siesta (übrigens wie die Gäste in der gutseigenen Ferienwohnung auch): Die Roten liegen schon mal zwei, drei Jahre in Barriquefässern, bevor sie zwei weitere Jahre auf der Flasche liegen. Erst dann kommen sie in den Verkauf. Und sind keine jungen Wilden, sondern gestandene, edle, komplexe Weine, die unglaublich viel Spaß machen.

„Unser Ziel ist es, Weine zu kreieren, die schmecken und Lust auf mehr machen“, sagt der Winzer ein wenig tiefstapelnd dazu. Und erreicht dieses Ziel Jahr für Jahr mit besseren Ergebnissen: Die führenden Weinkritiker zumindest loben das Sortiment des Pfälzers in immer höheren Tönen. Und die Kunden eh.

Wegner bleibt selbst angesichts der Verleihung des Großen Staatsehrenpreises ganz der bodenständige, eifrige Winzer, dem es weniger um Medaillen und Auszeichnungen und vielmehr um ein stetig verbessertes Produkt geht. Deshalb verzichtet er im Weinberg komplett auf Düngung, deshalb tauscht er sich noch immer mit Wegner Senior aus. Der übrigens war es, der einst den Dornfelder in der Pfalz populär machte. Heute wachsen auf Wegners Lagen vor allem Riesling und Burgunder. Aber wer weiß, welche Wege das Weingut einschlagen wird, wenn es Sohn Philipp eines Tages übernehmen wird. Nur eines scheint sicher: Stillstand steht weiterhin außer Frage hier in Bad Dürkheim. Auch wenn es im Sommer gern mal eine Riesling-Schorle sein darf.


info@weingut-wegner.de
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