Björns Reisenotizen • Drei Tage in New York City • 2

Teil 2: Brooklyn


Noch vor 20 Jahren wurde Touristen ausdrücklich davon abgeraten, auch nur einen Fuß nach Brooklyn zu setzen. Heute ist New Yorks größtes Borough so angesagt wie ein Stadtteil sein kann. Williamsburg ist das Epizentrum der Mode- und Gastrotrends, der nördliche Bezirksnachbar Greenpoint holt mehr und mehr auf. Schmucke Hotels, hübsche Boutiquen, Flohmärkte, Streetfood und angesagte Bars… Brooklyn ist eine Feier des Individualismus und dabei immer noch wunderbar entspannt, lässig und cool. Bahn frei für Teil 2 meiner Reisenotiz aus der Stadt, die niemals schläft…

SAMSTAG, 9 UHR:
CAFE MOGADOR

Wer dachte, dass ein Frühstück in den USA nur aus Toast, Speck, Ei und Ahornsirup besteht, der wird überrascht sein von der kulinarischen Vielfalt, die im Big Apple schon den Frühaufstehern geboten wird. Im angesagten Brooklyner Bezirk Williamsburg beispielsweise verwöhnt das Cafe Mogador schon seit Jahrzehnten mit marokkanischer Küche – auch zum Frühstück. Da gibt es dann in unfassbar schnuckeligem Ambiente zu gutem Kaffee und frisch gepresstem Saft marokkanische Eier mit würziger Tomatensoße und ofenfrischem Pitabrot. Ach ja: Sie machen auch eine ziemlich treffsichere Bloody Mary. Ähm, munkelt man. Nicht, dass ich so früh am Vormittag schon trinken würde…

www.cafemogador.com


 

SAMSTAG, 13 UHR:
GREENPOINT FISH & LOBSTER CO.

Schon fünf Stunden auf den Beinen und noch keine Auster verputzt? Geht natürlich nicht! Auf geht‘s ins besonnene und aufstrebende Greenpoint gleich nördlich von Williamsburg. Hier empfägt das unkomplizierte Seafood-Diner Greenpoint Fish & Lobster Co. seine fischhungrigen Gäste. An einer kleinen Theke kann man sich frischen Fisch zu Marktpreisen mitnehmen, an der Raw Bar warten immer mindestens ein halbes Dutzend verschiedene Austernsorten (in der Happy-Hour eine immer für die Hälfte!), zudem wandern wirklich gute Fischgerichte aus der Küche an die kleinen Tische. Nicht groß, der Laden, aber verdammt gut. Die Austern sind fangfrisch, die Stimmung locker – perfekt für eine Mittagspause bei einem Fläschchen kühlen Weißwein.

www.greenpointfish.com


 

SAMSTAG, 19 UHR:
SAUVAGE

Nach einem ereignisreichen Tag in Brooklyn lockt am Abend das Sauvage. Ein gemütliches französisches Bistro, trubelig, quirlig und voller Gespräche wie immer in dieser Stadt, und doch gekrönt von französischer Eleganz und Lebenslust. Also gibt es erst mal einen schönen trockenen Weißen, dann die Vorspeisen. Zügig wie immer werden Muscheln in wunderbar intensivem Sud und zarte rohe Jakobsmuscheln an Erdbeeren gereicht. Zum Hauptgang nur soviel: Die Ente mit der Currykruste und dem geräucherten Dattelmus kommt einer neuen Bestmarke gleich. Extrem frische Zutaten, ungewöhnliche Kombinationen, die Mut und Erfindergeist erfordern, dazu diese wunderbar betriebsame Stimmung – das Sauvage ist eines dieser Restaurants, die man nie vergisst.

www.sauvageny.com

 

Stay tuned: Bald geht es hier weiter mit Teil 3, in dem wir noch tiefer in Brooklyns Gastro-Dschungel vordringen.


Björn Springorum ist Autor, Journalist und verdammt viel unterwegs. Privat, beruflich oder irgendwo dazwischen reist er durch die Welt, macht dabei bevorzugt in London, dem Rest von England, Skandinavien, Südeuropa … ach, sagen wir einfach: überall dort Halt, wo es gutes Essen gibt. Für www.dasbestederregion.de berichtet er exklusiv von seinen Erlebnissen, Entdeckungen und Geheimtipps.