Björns Reisenotizen • Drei Tage in New York City • 1

New York • Chelseamarket

Teil 1: Manhattan


Wenn die Tage am längsten und die Nächte am wärmsten sind, dann hat es Hochkonjunktur: Das Big City Life pulsiert an allen Ecken und Enden. Die Rooftop Bars in den Metropolen sind erfüllt vom Klirren der Gläser und vom Schnattern der Gäste, die Terrassen der Restaurant heiß umkämpfte Orte, die kalten Weine, Longdrinks und Biere verschaffen die nötige Abkühlung. Sicher, solch ein urbanes Treiben gibt es in jeder Großstadt. Aber keine von ihnen ist so wie New York City. Keine ist so verführerisch und glamourös bei einer gleichzeitigen Underground-Attitüde, in keiner werden Styles, Trends und Hypes so nonchalant und am Fließband ausgeheckt wie hier. Aus dem Big Apple kommt die Bouillon to go und das Pastrami, kommt der ikonische Manhattan-Cocktail und eine Barkultur, die inzwischen die ganze Welt erfasst hat. Mich begeistert diese Stadt seit einigen Jahren, erst kürzlich führte mich mein Weg wieder über den großen Teich. Bei geschätzt 18.000 Restaurants gibt es schließlich immer was Neues zu entdecken. Bühne frei für Teil 1 meiner Reisenotiz aus der Stadt, die niemals schläft …

 

12 UHR: GRAND CENTRAL OYSTER BAR

Oysterbarny

Keine New-York-Geschichte ist vollständig ohne sie. Keiner war wirklich da, wenn er sie nicht besucht hat: Die Grand Central Oyster Bar ist die Mutter aller Austernbars. Und bis heute ein Phänomen, das seinesgleichen sucht. Laut, riesengroß, verborgen unter der prunkvollen Halle des ikonischen Bahnhofs Grand Central mitten in Manhattan – und doch bei allem Tumult, bei aller gefühlten Abfertigung durch die unglaublich flinken Kellner ein Pflichtbesuch. Die Auswahl an den verschiedensten Austern von Amerikas Küsten ist riesengroß, die Zubereitung denkbar unterschiedlich: Frittiert, gebacken, gratiniert oder natürlich roh – hier wird seit 1913 geschlürft, was das Zeug hält. Mittags wie abends ein Ort, unter dessen Gewölbebögen nie Ruhe einkehrt, ein gewaltiger Seafood-Tempel, der die Berühmten ebenso angezogen hat wie die Gangster eines untergegangenen New Yorks. Und mich natürlich …

www.oysterbarny.com

Oysterbarny

 


16 UHR: CHELSEA MARKET

Von der Grand Central Oyster Bar hüpfe ich in eines der zahllosen gelben Taxis und lasse mich zum Beginn der Highline bringen. Die stillgelegte Hochbahn ist eine beliebte Spazierstrecke, auf der Kunst und Street Food den Weg versüßen. Ich verzichte diesmal auf beides, habe nämlich ein besonderes Ziel: Chelsea Market. Untergebracht in einer alten Keksfabrik, in der der Oreo-Cookie erfunden wurde, gibt es hier seit 1997 eine stetig wachsende Anzahl von Restaurants und Imbissbuden. Mittlerweile ein gewaltiger „Urban Food Court“, gibt es auch hier wieder mehr zu sehen und zu essen als das Auge respektive der Gaumen erfassen kann. Ich empfehle einen gemütlichen Bummel durch die hübschen Arkaden und danach einen kleinen Snack im Lobster Place. Handgetauchte Jakobsmuscheln oder Hummer werden in dem emsigen Treiben direkt beim Koch bestellt, genossen wird im Stehen. Ein kühles Dosenbier aus Nantucket dazu – fertig!

www.chelseamarket.com

 


19 UHR: TACOMBI

Tacombi

Klein sollte der Snack im Chelsea Market übrigens nur deswegen gewesen sein, damit ich auch für mein abendliches Programm noch genügend Kapazitäten habe. Im angesagten Greenwich Village an der wilden Bleecker Street liegt das etwas chaotisch und kruschtelig anmutende mexikanische Restaurant Tacombi. Davon habe ich mich glücklicherweise nicht abschrecken lassen: Ganz wie in Mittelamerika wird hier Michelada serviert, Bier mit scharfer Chilisoße. Dazu wandern wunderbare Köstlichkeiten aus der Küche an den Tisch: Knusprige und saftige kleine Tacos, Quesadillas, Garnelen, gegrillter Fisch und frische Nachos. Einen Fensterplatz ergattern, immer wieder nachbestellen und dem Treiben zusehen: Unvergleichlich.

www.tacombi.com

Tacombi

 

Stay tuned: Bald geht es hier weiter mit Teil 2, der uns über die Williamsburg nach Brooklyn führen wird …


Björn Springorum ist Autor, Journalist und verdammt viel unterwegs. Privat, beruflich oder irgendwo dazwischen reist er durch die Welt, macht dabei bevorzugt in London, dem Rest von England, Skandinavien, Südeuropa … ach, sagen wir einfach: überall dort Halt, wo es gutes Essen gibt. Für www.dasbestederregion.de berichtet er exklusiv von seinen Erlebnissen, Entdeckungen und Geheimtipps.