Im ersten Frühling

Ein Besuch in der Pfalz


 

0
Wie ein Adlerhorst türmt sich Neuleiningen (www.neuleiningen.de) über der Rheinebene auf. Dicht um die mächtige Burgruine drängen sich in spielzeugkleinen Gassen übereinander-geschachtelte Fachwerkhäuser mit Giebeln, Erkern und Türmchen zu einem kleinen Dorf zusammen, eingerahmt von einer meterhohen Stadtmauer. Die wuchtige Burgruine nimmt eine ausgesprochene Sonderstellung unter den rund 100 Festungen und Wehrbauten der Pfalz ein. Sie hat typologisch die französischen Burgen des sogenannten „Kastelltyps“ zum Vorbild und zählt zu den frühesten Bauten dieser Art auf deutschem Boden.


2
Eines der besten Restaurants der Pfalz: Die Alte Pfarrey

Versteckt in den bucklig gepflasterten Sträßchen liegt die „Alte Pfarrey“ (www.altepfarrey.de). Silvio Lange brilliert hier mit einer finessenreichen, mediterranen Küche mit französischer Note, über der hell ein Michelin-Stern leuchtet. Das ehemalige Pfarrhaus beherbergt auch ein winziges Landhotel zum Einkuscheln.


3
Gutsausschank der Extraklasse: Knipsers Halbstück

Nur wenige Kilometer weiter hangabwärts ragt Bissersheim aus dem 23.500 ha großen Rebenmeer der Pfalz. Bislang suchte man die kleine Weinbaugemeinde eher vergeblich auf der kulinarischen Landkarte. Aber jetzt ist alles anders. Die berühmte Winzerfamilie Knipser hat hier kürzlich einen schicken Nobel-Gutsausschank (www.halbstueck.de) eröffnet, der sich in Nullkommanichts als neuer Place-to-be für Weinschmecker etabliert hat.

Nur ein paar Kilometer weiter sorgt Kai Hofheinz im Gasthaus „Zum Weissen Lamm“ (www.lamm-laumersheim.de) in Laumersheim für Glücksmomente zwischen knusprigem Bruschetta mit getrüffeltem Rindertatar und Kotelette vom Duroc-Schwein mit Wirsing-Kartoffel-Stampf.


 

4
Zwischen Palmen und Pfälzer Wald ist man hier dem Paradies ziemlich nahe: Hotel und Restaurant Meurer

Die Pfalz wird oft als die Toskana Deutschlands bezeichnet. Dabei hätte das größte Riesling-Anbaugebiet der Welt dieses Anhängsel gar nicht nötig. In Großkarlbach gewinnt der südländische Vergleich jedoch eine ganz neue Bedeutung. Kaum betritt man das weitläufige Anwesen der Familie Meurer (www.restaurant-meurer.de), fühlt man sich umgehend nach Italien versetzt. Um das ehemalige Weingut, in das ein geschmackvolles Landhotel mit Restaurant integriert wurde, entstand eine mediterrane Wohlfühlwelt der Extraklasse. Man wandelt in Begleitung gefiederter Schönheiten durch Zypressenalleen zum Gartenhaus im venezianischen Stil, bestaunt das herrschaftliche Badehaus mit Pool und SPA oder genießt die pastorale Stille des Brunnenhofs im toskanischen Garten.


Kallstadt hat sich längst zu einem Magneten in der Pfalz entwickelt. In gefühlt jedem zweiten Haus hat sich eine Weinstube eingerichtet. Besonders gut und deftig schmeckt es im winzigen „Weinkabinett“ oder in den gegenüberliegenden „Winzerstuben“ (www.weick-kallstadt.de). Hier sollten Sie unbedingt den hausgemachten Saumagen probieren!

5
Geht kaum besser: Weick´s hausgemachter Saumagen


Ein Hotspot der 1200-Seelen-Gemeinde ist das aufwendig renovierte Weingut am Nil (www.weingutamnil.de), das geschickt mit einer spektakulären Vinothek und einem zauberhaften Landhotel flankiert wurde. Die Familie Pohl hat hier unter allen Gesichtspunkten Außergewöhnliches geschaffen.

6
Weingut, Vinothek & Landhotel: Das Weingut am Nil in Kallstadt


Geschmackvoll renovierte Zimmer gibt es auch in Müllers Landhotel (www.muellers-landhotel.de).


 

7
Wie aus dem Bilderbuch: Freinsheim

Freinsheim (www.freinsheim.de) wird gerne als das „pfälzische Rothenburg“ bezeichnet, was die selbstbewussten Weinheimischen gar nicht gerne hören. Majestätisch ragt das märchenhafte Städtchen aus einem Meer aus Reben und Obsthainen. Die trutzige, 1,3 km lange Stadtmauer und die wehrhaften Türme und Tore prägen noch heute das malerische Stadtbild.


8
Südländisches Flair: Der Innenhof des Freinsheimer Hofs

Mittendrin steht Holger Jacobs am Herd des „Freinsheimer Hofs“ (www.restaurant-freinsheimer-hof.de) und tischt seinen Gästen einen kontinuierlich guten Crossover aus leichter, mediterraner Küche und hochklassiger Heimatpflege auf.


9
Herzliche Gastgeber im Weinreich: Die Weinheimers

Wer optische Abwechslung vom mittelalterlichen Flair sucht, ist gleich um die Ecke bestens aufgehoben. Das „Weinreich“ (www.weinstube-weinreich.de) ist das zeitgemäße Update einer Pfälzer Weinstube, ausgezeichnete Regionalküche inklusive. Und wer vor lauter Glück gar nicht mehr gehen möchte, übernachtet einfach in einem der vier kuscheligen Gästezimmer oder direkt nebenan im vorbildlich renovierten „Altstadthof“ (www.altstadthof-freinsheim.de).


 

10
Ludwigshafens kulinarischer Leuchtturm: Das Atable

So flach die Rheinebene, so steil bergauf ging es für das „Atable“ (www.atable.lu). Der Abstecher ins eher schmucklose Industriestädtchen Ludwigshafen, nur um dort essen zu gehen, mag manchem überflüssig erscheinen. Mit Sicherheit verpasst er aber dann die sterneverdächtige Frischeküche von Swen Bultmann und die vinophilen Punktlandungen von Sybille Herbst, einer begnadeten Sommeliére.



11
Traditionsreiches Historienspiel: Die Geißbockversteigerung

Die Genusshauptstadt der Pfalz ist Deidesheim. Weingüter von Weltruf, herrschaftliche Bauten, hippe Hotels und eine vielfältige Gastronomie sorgen für paradiesische Verhältnisse. Alljährlich am Dienstag nach Pfingsten findet vor der historischen Kulisse des Rathauses die traditionsreiche Geißbockversteigerung statt. Das seit vielen Jahrhunderten stattfindende Spektakel wird in Form eines prächtigen Historienspiels aufgeführt und lockt alljährlich tausende Besucher.



12
Feinste Regionalküche wird in der „Kanne“ serviert

Das älteste Gasthaus der Pfalz ist zugleich das schönste. Die „Kanne“ (www.gasthauszurkanne.de) strahlt etwas Nostalgisch-Trautes und gleichzeitig Edles aus. Seit 1160 werden hier Gäste bewirtet und selten besser als heute. Im Mittelpunkt der modernen aber nicht modischen Küche Florian Winters stehen frische saisonale Produkte, die meist aus nachhaltiger Land- und Viehwirtschaft stammen.



13
Genussreich im Herzen Deidesheims: Der Ketschauer Hof

Für Pomp im Paradies sorgt der Ketschauer Hof (www.ketschauer-hof.de). Die 1770 vom berühmten Architekten Franz Rabaliatti erbaute Villa war lange Jahrzehnte Wohnsitz der Winzerfamilie von Bassermann-Jordan und wurde 2009 als strahlendes Boutique-Hotel wiedereröffnet. Im sternegekrönten Gourmetrestaurant läuft der junge Daniel Schimkowitsch zur kulinarischen Höchstform auf.



14
Mediterrane Küche in edlem Ambiente: Riva Restaurant & Bar

Ein Newcomer mit Metropolen-Feeling ist das Kaisergarten Hotel & SPA (www.kaisergarten-deidesheim.de). Zum kulinarischen Portfolio des 4-Sterne-Hauses gehört das stylische Restaurant „Riva“ mit mediterraner und kreativ italienischer Küche.

Das gegenüberliegende Designer-Gutsrestaurant „Leopold“ im feudalen Weingut von Winning (www.von-winning.de) oder das japanisch geprägte „Fumi“ (www.josef-biffar.de) beflügeln sich gegenseitig und festigen Deidesheims Ruf als pfälzisches Feinschmecker-Mekka. Und wer nach all den herrlichen kulinarischen Genüssen seinen schwer verwöhnten Körper noch bewegen möchte, der schlendert zu Deutschlands einziger Kandiermanufaktur Biffar (www.biffar.com), in der Früchte aller Art zu süßen Delikatessen veredelt werden.

Im benachbarten Ruppertsberg setzt Jean –Philippe Aiguier in seinem Hofgut (www.dashofgut.com) auf eine konsequent regionale und ökologische Küche mit klarem Fokus auf das Produkt.



15
Idyllisches Kleinod mit traumhaften Ausblick: Netts Restaurant und Landhaus

Klein und fein, in einer Lage, die es so wirklich nur einmal gibt. Hoch über der Rheinebene schmiegt sich Netts Landhaus (www.nettsrestaurant.de) in das Gimmeldinger Rebenmeer, dem blühenden Epi-Zentrum des pfälzischen Frühlings. Hinter den historischen Fassaden des ehemaligen Winzergehöfts verbirgt sich ein geschmackvoll renoviertes, persönlich geführtes Gästehaus mit ausgezeichnetem Restaurant. Gesteigert wird die fantastische Aussicht nur noch von der kulinarischen Weitsicht das Küchenchefs Walter Tschanow, der regionale Produkte mit einer kreativen Jahreszeitenküche kombiniert.



16
Die Wiege der deutschen Demokratie: Das Hambacher Schloss

Weithin sichtbar thront das Hambacher Schloss über Neustadt. Seit dem berühmten Hambacher Fest vom 27. Mai 1832 gilt dieser Ort als Wiege der deutschen Demokratiebewegung. 30.000 Menschen zogen damals in einem als „Volksfest“ ausgegebenen Protestmarsches zur Schlossruine und stellten Forderungen nach Freiheit, Bürgerrechten und nationaler Einheit. Die mitgeführten Fahnen in den Farben Schwarz-Rot-Gold wurden dabei zum Symbol der deutschen Demokratie. Unterhalb des Schlosses, wo die Reben fast in die engen Gassen der historischen Fachwerk-Altstadt zu reichen scheinen, hat der junge Spitzenkoch Benjamin Peifer (www.restaurant-urgestein.de) einen ultimativen Spielplatz für experimentierfreudige Gourmets geschaffen und konnte dafür bereits den begehrten Michelin-Stern einheimsen.



17
Domizil Pfälzer Humors und weinfroher Gastlichkeit: Die Weinstube Eselsburg

Während sich andere im Bemühen, sich immer wieder neu zu erfinden, atemlos auf der Jagd nach dem Zeitgeist sind, bleibt man in der Eselsburg (www.eselsburg.de) in Mußbach völlig unbeeindruckt. In der urigen Weinstube im scheinbaren Originalzustand serviert Eselswirtin Anette Ueberschaer deftige Pfälzer Kost in Ausnahmequalität und schöpft aus einem bestens sortierten Weinkeller.



18
Schick und lecker! Das Weinkontor Null41

Landaus kulinarischer wie architektonischer Hotspot residiert in einem ehemaligen Kasernengebäude in typischer Ziegelbauweise. Im Weinkontor Null 41 (www.weinkontor-null41.de) sorgen raumhohe Glasfronten, trendige Designerlampen und bequeme Schalenstühle im Retro-Look für urbane Atmosphäre und den würdigen Rahmen für die facettenreiche Fusion-Küche von Michael Mury.



19
Zauberhafter Innenhof: Der Hubertushof in Ilbesheim

Nur wenige Kilometer weiter kocht Jochen Sitter im Ilbesheimer „Hubertushof“ (www.restaurant-hubertushof-ilbesheim.de) bodenständig auf hohem Niveau. Alles ist herrlich unprätentiös, aber voller Geschmack. So muss eine ambitionierte Landküche von heute schmecken.



20
Wohlfühloase mitten im Riesling: Fritz Walter

Christine und Eckhard Walter haben ihr traditionsreiches und vielprämiertes Weingut um ein charmantes Landhotel ergänzt (www.fritz-walter.de). Das stimmige Konzept aus modernem Design, naturnahem Wohngefühl und entspanntem Lifestyle schenkt den Gästen Raum für Entspannung und Erholung. Im hauseigenen Weinrestaurant serviert Küchenchef Björn Reuter eine zeitgemäße Pfälzer Küche mit Pfiff.



21
Gastliches Aushängeschild der Pfalz: Die „Krone“ in Hayna

Top-Hotellerie mit vielfältigen Wellnessangeboten bietet die „Krone“ (www.hotelkrone.de) in Hayna ohnehin. Aber auch auf kulinarischer Ebene darf hier Großartiges erwartet werden. Seit einer gefühlten Ewigkeit beflügelt Karl-Emil Kuntz das mit einem Stern ausgezeichnete Restaurant. Das Kontrastprogramm zur Gourmetküche wird in den Pfälzer Stuben angerichtet.


22
Geschmackvolles Refugium für Feinschmecker: Das Schlössl

Das mustergültig sanierte Schlössl (www.schloessl-suedpfalz.de) in Oberotterbach ist eine noch junge, aber bereits eindrucksvolle Visitenkarte der Südpfalz. Aufwendig und sorgfältig wurden die historischen Elemente liebevoll, aber schnörkellos in die Moderne transportiert. Und im puristisch-klaren Gourmetrestaurant bringt Küchenchef Christian Oberhofer erfrischend Außergewöhnliches auf die Teller.


23
Dreifach ist der rostrote Buntsandstein-Fels gespalten, auf dem sie sich erhebt. Daher wohl ihr Name „Trifels“. Sie galt als mächtigste Festung des staufischen Kaiser- und Königtums und „sicherste“ Festung des Heiligen Römischen Reiches. Der englische König Richard Löwenherz wurde hier durch Kaiser Heinrich VI. vorübergehend gefangengesetzt, konnte sich aber am Ende für die gigantische Summe von 23 Tonnen Silber, die England für die Freiheit des Königs aufbrachte, freikaufen. Auch die Reichskleinodien, bestehend aus Krone, Reichsapfel und Zepter wurden hier gehütet.



24
Zauberhaftes Hideaway in der Südwestpfalz: Das Hotel Kloster Hornbach

Der Geist früherer Zeiten sowie Top-Komfort prägen heute das Hotel Kloster Hornbach (www.kloster-hornbach.de). Die ehemalige Benediktinerabtei wurde um 741 vom Heiligen Pirminius gegründet und vor gut einem Jahrzehnt aufwendig renoviert und nach Feng-Shui-Prinzipien in ein Wohlfühlhotel der Extraklasse verwandelt. Gourmets pilgern vor allem wegen seinem Feinschmeckerrestaurant „Refugium“ in die Südwestpfalz.