NORDISCH by nature

Etwas gärt, brodelt und reift am nördlichen Rand der Weinstraße. Etwas Neues, das seine ersten Schritte macht und schon bald in aller Munde sein wird. Und in aller Glas, natürlich. Bühne frei für Die Nordpfalz – und die sechs Winzerbetriebe dahinter, die Großes vorhaben.

Es ist unerklärlich. Unerklärlich und auch ein bisschen unfair. Während die Südpfalz seit vielen Jahren als uneingeschränkte Tourismus- und Genussregion wahrgenommen wird, fristete die Nordpfalz lang ein stiefmütterliches Dasein, bekam nicht so viel Aufmerksamkeit, musste sich alles ein wenig härter erarbeiten. Das wollten zwölf tatendurstige Jungwinzer nicht auf sich beruhen lassen. Für sie ist die Pfalz nirgendwo schöner als im Norden, für sie gibt es keinen schöneren Ort zum Leben, keinen schöneren für einen genussvollen und entspannenden Urlaub. Um diese Gewissheit in die Welt hinauszutragen und die Nordpfalz endlich anständig auf dem Genusskompass der Region zu verankern, haben sich diese sechs Weingüter zu einem Bündnis zusammengeschlossen.

Benannt hat man sich entsprechend eindeutig und geradeheraus, will ab sofort als Die Nordpfalz den Blick auf diese schöne Region werden. „Wir wollen die Aufmerksamkeit auf unsere wunderschöne Heimat lenken und natürlich auch auf die spannenden Weine, die hier produziert werden“, umreißt Leah Bremer vom Weingut Bremer die Agenda der brandneuen Winzervereinigung.

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Erklärtes Ziel der Nordpfalz ist es, „gemeinsam etwas zu bewegen“, berichtet Hans Heinrich Weyer weiter. Besondere Weine, gekeltert von charmanten, umgänglichen und sehr geselligen Jungwinzern aus verschiedenen Teilen der Nordpfalz, komplettiert von Lokalkolorit und Heimatverbundenheit.

Nicht schlecht für solch eine junge Truppe, die Großes vorhat. „Viele unserer berühmten Lagen sind tragischerweise in Vergessenheit geraten“, meint Georg Schwedhelm regelrecht zerknirscht. „Wir als Nordpfalz wollen unter anderem auch unseren Teil dazu leisten, diesen Lagen wieder ihren verdienten Rang zurück zu geben.“

Fürwahr, Lagen wie Goldgrube in Bockenheim, der Schlossberg bei Battenberg oder der Schwarze Herrgott sind alles andere als Kleinkaliber, wenn es um die Geschichte des Weinbaus geht. Sie sind allerdings nur ein Teil des gewaltigen Potentials, das in dieser neuen Gruppierung schlummert.

Einzigartig wird Die Nordpfalz nämlich vor allem durch die beteiligten Weingüter. So zum Beispiel das Weingut Bremer im märchenhaft schönen Zellertal, immerhin die älteste Weinbauregion der Pfalz. Geführt von den drei Töchtern Leah, Anna und Rebecca, trägt es großen Anteil daran, dass das in Vergessenheit geratene Tal sehr bald schon wieder auf den Weinlandkarten der Pfalz auftaucht. Ebenfalls im Zellertal beheimatet sind die Güter Bicking & Bicking am steilen Donnersberg und Schwedhelm aus Zell. Beide führen die über 1.300-jährige Winzertradition der Nordpfalz in eine verheißungsvolle Zukunft – mit kompromisslosem Anspruch an ihre Weine und zeitgemäßer Vermarktung.

Außerhalb des Zellertals komplettieren drei weitere Weingüter das nordpfälzische Bündnis: Hahn-Pahlke residiert im 300 über NN liegenden Battenberg mit seiner jahrhundertealten Burgruine und dem trefflichen Prädikat »Balkon der Pfalz« geschmückt. Dann geht es weiter nach Bockenheim. Hier beginnt sie, die Deutsche Weinstraße.

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Das macht den einladenden Ort zu einer Art Gegenstück zu Schweigen mit seinem Pfälzer Weintor und dem Ende der Weinstraße. An beiden Polen entstehen großartige Weine: Das Weingut Brand ist seit 1891 im Dienst des Rebensafts, mittlerweile baut man hier in der beeindruckenden fünften Generation Weine nach ökologischen Prinzipien und mit hohem Wiedererkennungswort an. Last but not least im Bunde der Nordpfalz-Gruppe: Das Weingut Weyer. In der Villa Lauermann werden die Top-Lagen Goldgrube oder Kerzenstummel schonend und spannend weiterverarbeitet. Nachdem die verheißungsvolle Provenienz geklärt ist, müsste jedem Weinliebhaber eines klargeworden sein: Sollte er die Nordpfalz aus Rebensicht bislang nicht kennengelernt haben, wird es allerhöchste Zeit, dieses Versäumnis nachzuholen. Es gibt viel zu entdecken, noch mehr zu schmecken – und ganz nebenbei eine uralte Kulturlandschaft aus römischer Zeit zu bewundern. Mehr hat die Pfalz nirgendwo zu bieten.


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