Peter Jakob Kühn

Wenn der Vater mit dem Sohne …

DBdR_PJK_1Es war eine Auszeichnung, die einerseits überfällig, andererseits bemerkenswert ist: Unlängst wurde das Weingut Peter Jakob Kühn vom Gault Millau zum Winzer des Jahres ernannt. Überfällig, weil die Kühns im Rheingau seit vielen Jahren für biodynamische Spitzenweine stehen, die längst auch international für Furore sorgen. Bemerkenswert, weil es ausgerechnet der Riesling war, der letztlich restlos überzeugen konnte. Riesling und Rheingau, das mochte vor langer Zeit mal eine innige Liebesbeziehung gewesen sein. So ursprünglich, naturnah und biodynamisch wie bei Kühns wurde die Vorzeigerebsorte des Rheingaus aber lange nicht angebaut.

Seit 2004 Demeter-zertifiziert, als VDP-Mitglied und mit 230 Jahren Weinbaugeschichte im Rücken hat Peter Jakob Kühn das Weingut seines Vaters zukunftssicher gemacht. Hilfe bekam er dabei von seiner Frau Angela und seinem Sohn Peter Bernhard, der Hand in Hand mit seinem Vater im Keller und in den Reben arbeitet. 20 Hektar bewirtschaften die beiden, setzen strikt auf den Kreislauf der Natur und genießen den Gang durch ihre begrünten Rebhänge. Das brachte ihnen anfangs nicht nur Lob ein. Kühns setzten ihre biodynamischen Vorstellungen derart konsequent um, dass sie damit im Rheingau allein auf weiter Flur waren und viel Spott und Häme einstecken mussten.

Die Familie blieb sich treu – und erntet längst die Früchte dieser harten Arbeit. Weine mit starkem Charakter sind es, die ihr Keller hervorbringt, dickköpfig mitunter und durchaus speziell im Geschmack. Genau das ist es ja, was sie so gut macht: Sie schmecken anders, eigen, begeistern auch noch lange nach dem ersten Glas mit Mineralität, komplexer Textur und unverkennbarer Handschrift. „Gesunder Most ist sich selbst der beste Kellermeister“, sagen Kühns heute dazu. Sie müssen es ja wissen.


Weingut Peter Jakob Kühn
Mühlstraße 70
65375 Oestrich-Winkel
www.weingutpjkuehn.de

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